Karies beim Pferd

Auch Pferde können Karies bekommen und das ist gar nicht mal unüblich!

Dabei unterscheidet man zwischen zwei Arten von Karies: Infundibularkaries und Peripherkaries.

Als Peripherkaries bezeichnet man kariöse Veränderungen seitlich an den Zähnen des Pferdes. Vor allem die Backenzähne sind hiervon betroffen. Peripherkaries entsteht zum Beispiel, wenn Futterreste zwischen zwei Zähnen eingeklemmt sind oder sich Bakterien durch Läsionen am Zahn anlagern können. Sollte die Karies nicht weit fortgeschritten sein, müssen keine weiteren Schritte eingeleitet werden. Sollte der Prozess jedoch schon fortgeschrittener sein und Schmelz, Dentin oder sogar Pulpa des Zahnes angreifen, kann die Peripherkaries behandelt werden. Dafür wird das betroffene Material des Zahns abgetragen, der Bereich wird gelasert, um auch die letzten Bakterien abzutöten und zum Schluss wird der behandelte Bereich gefüllt. Da der Zahn meist nur oberflächlich verändert ist, ist nur in seltenen Fällen eine Behandlung notwendig.

 

Infundibularkaries kommt nur an den Backenzähnen des Oberkiefers vor (nur in ganz seltenen Fällen auch an den Schneidezähnen), da diese ein sogenanntes Infundibulum besitzen. Das Infundibulum ist eine Einstülpung im Zahnschmelz, welches mit Zahnzement gefüllt ist. In einigen Fällen sind die Einstülpungen jedoch nicht vollständig mit Zement gefüllt, wodurch Hohlräume im Zahn entstehen. Was dafür die Ursache ist, ist bis heute noch nicht eindeutig, kann aber zum Beispiel auf eine zu frühe Entfernung der Milchzahnkappen oder eine unzureichende Mineralienversorgung im jungen Alter zurückzuführen sein. Diese Hohlräume werden mit der Zeit, durch das Abnutzen des Zahnes freigelegt und setzen sich mit Futter zu. Das Futter wird durch den Kaudruck des Pferdes weiter in die Tiefe des Zahnes gearbeitet und Bakterien setzen die im Futter enthaltenen Kohlenhydrate zu Säure um, welche die Zahnsubstanz angreift.